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Sodbrennen nach Schlauchmagen-Operation

Viele Menschen mit starkem Übergewicht leiden bereits vor der Operation unter brennendem Reflux, der sich häufig durch Schmerzen hinter dem Brustbein oder einen sauren Geschmack im Mund zeigt. Typisch ist, dass die Beschwerden im Liegen stärker werden. Nach einer Schlauchmagen-Operation können sich diese Symptome sowohl bessern als auch verschlechtern, da der Eingriff die Anatomie und den Druck im Magen deutlich verändert.

Warum es brennt

Bis zu 50 % aller Menschen mit Adipositas kämpfen mit Refluxbeschwerden. Grund dafür ist oft eine Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels. Zusätzlich erhöht der hohe Druck im Bauchraum den Rückfluss von Magensäure, wodurch Refluxsymptome mit steigendem BMI typischerweise zunehmen. Je ausgeprägter das Übergewicht, desto höher das Risiko für GERD.

Endlich beschwerdefrei?

Der bedeutendste Vorteil des Eingriffs ist der schnelle Gewichtsverlust, der den Druck im Bauchraum reduziert. Dadurch sinkt auch der Druck auf den Magen. Gleichzeitig wird der Magenfundus entfernt – jener Bereich, der besonders viel Magensäure produziert. Die Magenentleerung beschleunigt sich, sodass weniger säurehaltiger Inhalt zurückfließen kann. Viele Patientinnen und Patienten berichten deshalb nach der Schlauchmagen-Operation über eine deutliche Linderung der Refluxbeschwerden.

Wenn Symptome zunehmen

Der neu geformte Magen ist schlanker und weniger dehnbar. Dadurch steigt der Druck im Inneren des Magens – ein Faktor, der Reflux begünstigen kann. Bei einigen Menschen können zudem feine Muskelfasern des Speiseröhrenschließmuskels während der Operation beeinflusst werden, wodurch die natürlichen Anti-Reflux-Mechanismen schwächer werden. In solchen Fällen können Betroffene erstmals nach dem Eingriff Sodbrennen entwickeln oder eine Verschlechterung früherer Beschwerden erleben.

Die richtige Strategie

Ob sich Symptome verbessern oder verschlechtern, hängt stark von der individuellen Anatomie und der chirurgischen Technik ab. Bei ausgeprägtem Reflux empfehlen viele Expertinnen und Experten eher einen Magenbypass, da dieser den Rückfluss langfristig besser kontrollieren kann. Treten nach der Schlauchmagen-Operation Beschwerden auf, helfen oft Protonenpumpenhemmer, eine Gewichtsstabilisierung oder bestimmte Ernährungsanpassungen. In seltenen Fällen kann ein weiterer Eingriff notwendig sein.

Vorsorge ist alles

Da Adipositas selbst ein wesentlicher Risikofaktor für GERD ist, bleiben Beschwerden bei einigen Menschen nach der Operation unverändert, während sie sich bei anderen verbessern oder neu auftreten. Ein detailliertes präoperatives Reflux-Screening hilft, Risikopatienten frühzeitig zu erkennen. Ebenso entscheidend ist die Erfahrung des Operateurs, da die Technik maßgeblich beeinflusst, wie sich eine Schlauchmagen-Operation langfristig auf den Reflux auswirkt.