Viele Menschen kämpfen über Jahre hinweg mit starkem Übergewicht und finden trotz Diäten und Sport keine dauerhafte Lösung. Wenn konservative Methoden ausgeschöpft sind, kann eine Magenverkleinerung eine wirksame Möglichkeit sein, das Gewicht langfristig zu reduzieren. Die beiden am häufigsten eingesetzten Verfahren sind der Schlauchmagen oder Magenbypass – doch welches dieser Verfahren bietet Ihnen die besten Voraussetzungen, Ihre gesundheitlichen Ziele zu erreichen?
Der Schlauchmagen
Beim Schlauchmagen wird ein großer Teil des Magens entfernt, sodass ein schlauchförmiger Restmagen entsteht. Dieses Verfahren gilt als weniger komplex und wird häufig als risikoärmer eingestuft. Es eignet sich besonders gut für Menschen, die ein erhöhtes Operationsrisiko haben oder bereits mehrere Bauchoperationen hinter sich haben. Auch Patientinnen und Patienten, die psychiatrische Medikamente einnehmen, profitieren oft davon, da deren Aufnahme weniger beeinträchtigt wird. Ein Vorteil des Schlauchmagens ist die eher gleichmäßige und moderate Gewichtsabnahme, die viele Betroffene als gut kontrollierbar empfinden.
Der Magenbypass
Beim Magenbypass wird der Magen zu einem kleinen Beutel geformt und anschließend mit dem Dünndarm verbunden. Der Körper nimmt dadurch weniger Nahrung und gleichzeitig weniger Kalorien und Fette auf. Dieses Verfahren ist umfangreicher, führt aber häufig zu einem schnelleren und stärkeren Gewichtsverlust. Viele Patientinnen und Patienten verlieren einen Großteil ihres überschüssigen Gewichts innerhalb von nur 12–18 Monaten.
Der Magenbypass wird vor allem empfohlen für:
- Personen mit sehr hohem BMI
- Patientinnen und Patienten mit starkem Reflux
- Menschen mit Diabetes Typ 2
Besonders bei Stoffwechselerkrankungen zeigt der Magenbypass oft sehr gute Ergebnisse.
Mögliche Risiken im Vergleich
Sowohl Schlauchmagen als auch Magenbypass gelten als sichere bariatrische Eingriffe. Dennoch können – wie bei jeder Operation – Risiken auftreten.
Dazu zählen:
- Blutverlust
- Blutgerinnsel
- Infektionen
- Schmerzen
- Vitamin- und Nährstoffmangel
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Leckagen
Laut der Amerikanischen Gesellschaft für metabolische und bariatrische Chirurgie liegt das Risiko schwerwiegender Komplikationen jedoch nur bei etwa 4 %. Bei einer guten Vorbereitung und konsequenter Nachsorge sind beide Verfahren damit insgesamt sehr sicher.
So treffen Sie die richtige Entscheidung
Die Entscheidung zwischen Schlauchmagen oder Magenbypass wird am besten gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt getroffen. Wichtige Kriterien sind:
- Ihre medizinische Vorgeschichte
- genetische Veranlagungen
- bestehende Begleiterkrankungen
- individuelle Ziele und Erwartungen
- bisherige Erfahrungen mit Gewichtsreduktion
Während der Magenbypass häufig bei ausgeprägtem Übergewicht oder komplexen Stoffwechselproblemen bevorzugt wird, stellt der Schlauchmagen für viele andere Menschen eine ebenso wirksame und deutlich schonendere Alternative dar. Ein ausführliches Beratungsgespräch hilft Ihnen, das Verfahren zu wählen, das am besten zu Ihrem Körper und zu Ihren langfristigen Gesundheitszielen passt.