Die Single Incision Laparoscopic Surgery (SILS) ist ein modernes, minimalinvasives Verfahren für Eingriffe im Bauchraum. Anders als bei der klassischen Laparoskopie, die mehrere kleine Schnitte erfordert, wird bei SILS nur ein einziger Zugang von etwa 2,5 bis 3 cm gesetzt – direkt im Bereich des Bauchnabels.
Alle Instrumente werden über diesen zentralen Zugang eingeführt, sodass nach dem Eingriff kaum sichtbare Narben zurückbleiben. Die Methode basiert auf der sogenannten LESS-Technik (Laparo-Endoscopic Single-Site) und wurde maßgeblich vom Düsseldorfer Chirurgen Dr. Raimund Wittmoser entwickelt. Erst durch moderne abwinkelbare Instrumente wurde SILS im klinischen Alltag breit einsetzbar.
Einsatzgebiete: Mehr als nur Magen
SILS wird besonders häufig bei Magenverkleinerungen eingesetzt – ideal für Patientinnen und Patienten, die neben dem gesundheitlichen Nutzen auch großen Wert auf ein ästhetisches Ergebnis legen. Da der Zugang über den Bauchnabel erfolgt, bleibt nur eine fast unsichtbare Narbe, was einen deutlichen kosmetischen Vorteil gegenüber herkömmlichen Methoden darstellt.
Darüber hinaus eignet sich die SILS-Technik für viele weitere Eingriffe, unter anderem:
- Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie)
- Entfernung der Niere (Nephrektomie)
- Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
- Entfernung von Zysten (Zystektomie)
- Entfernung des Blinddarms (Appendektomie)
- Operationen an Dick- und Enddarm
- Behandlung von Leisten- und Bauchwandbrüchen
- Eingriffe an Magen und Bauchspeicheldrüse
Im OP: Ein Schnitt genügt
Zu Beginn setzt der Chirurg einen kleinen Schnitt durch den Bauchnabel. Über diesen Zugang wird ein spezieller Mehrkanal-Port eingeführt. Durch die einzelnen Öffnungen werden sowohl Kamera als auch Instrumente eingebracht, während gleichzeitig CO₂ in den Bauchraum geleitet wird, um ausreichend Platz für die Operation zu schaffen.
Der entscheidende Unterschied zur konventionellen Laparoskopie liegt in der Anzahl der Einschnitte: Statt bis zu fünf kleiner Schnitte wird nur ein einziger verwendet. Das entlastet das umliegende Gewebe und führt zu weniger sichtbaren Spuren.
Pro & Contra: Der Faktencheck
Die Vorteile für Patientinnen und Patienten sind vielfältig:
- kaum sichtbare Narben
- geringeres Infektionsrisiko
- weniger Blutverlust
- reduzierte postoperative Schmerzen
- geringerer Bedarf an Schmerzmitteln
- schnellere Genesung
- kürzerer Krankenhausaufenthalt
Ein Nachteil betrifft vor allem den Chirurgen : Da alle Instrumente über einen einzigen Zugang geführt werden, ist der Arbeitswinkel eingeschränkt, was die Instrumentenführung anspruchsvoller macht. Die moderne Instrumententechnik ermöglicht jedoch eine sichere und standardisierte Durchführung.