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Magenverkleinerung: Welche Methode passt zu mir?

Für eine Magenverkleinerung stehen verschiedene bewährte Verfahren zur Verfügung, die jeweils unterschiedliche Vorteile und Einsatzgebiete haben. Welche Methode ideal ist, wird gemeinsam mit dem behandelnden Adipositas-Spezialisten entschieden – basierend auf BMI, Ernährungsgewohnheiten, bestehenden Erkrankungen, früheren Operationen und den persönlichen Zielen der Patientinnen und Patienten.

Magenballon: Die sanfte Option

Ein weicher Silikonballon wird in den Magen eingesetzt und dort mit Flüssigkeit gefüllt. Dadurch bleibt weniger Platz für Nahrung, und das Sättigungsgefühl tritt schneller ein.

Der Magenballon ist ein vorübergehendes Verfahren, das je nach Modell nach sechs bis spätestens zwölf Monaten wieder entfernt wird. Er eignet sich besonders für Menschen mit einem BMI zwischen 27 und 35, die nicht für andere Eingriffe infrage kommen oder sich auf eine spätere Operation vorbereiten möchten. Der Eingriff ist nicht-operativ, dauert etwa 15 Minuten und ermöglicht die Entlassung am selben Tag – zudem ist er die kostengünstigste Option zur Gewichtsreduktion.

Magenband: Flexibel & Reversibel

Ein Magenband besteht aus einem aufblasbaren Silikonring, der den Magen in zwei Teile teilt und einen kleinen Vormagen bildet. Dieser füllt sich rasch mit einer kleinen Menge Nahrung, was ein frühes Sättigungsgefühl auslöst.

Mit einem Magenband verlieren die meisten Menschen rund 50 % ihres Übergewichts, sofern sie die empfohlene Ernährung konsequent umsetzen. Das Verfahren gilt als schonend, weist ein geringes Komplikationsrisiko auf und kann vollständig rückgängig gemacht werden – ideal für Menschen, die sich nicht sofort für einen dauerhaften chirurgischen Eingriff entscheiden möchten.

Schlauchmagen: Der Dauerläufer

Beim Schlauchmagen werden etwa 75 % des Magens dauerhaft entfernt. Der verbleibende Teil hat eine schlauchförmige Form und ein deutlich reduziertes Volumen. Dadurch können Betroffene nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und fühlen sich schneller satt.

Gleichzeitig sinkt das Hungergefühl, da ein großer Teil der Ghrelin-produzierenden Zellen entfernt wird. Die Gewichtsabnahme beträgt durchschnittlich etwa 60 % des überschüssigen Gewichts, vorausgesetzt die Ernährungsumstellung wird konsequent eingehalten. Diese Methode eignet sich besonders für Menschen mit einem BMI über 30, die eine deutliche Reduktion anstreben. Da der Magen dauerhaft verkleinert wird, treten Nährstoffmängel seltener auf als bei komplexeren Eingriffen.

Magenbypass: Der Effizienz-Meister

Beim Magenbypass wird der Magen in zwei Teile geteilt. Der kleine obere Teil wird direkt mit dem Dünndarm verbunden, sodass der Restmagen, der Zwölffingerdarm und ein Teil des oberen Dünndarms umgangen werden.

Dadurch werden sowohl die Nahrungsmenge als auch die Kalorienaufnahme stark reduziert, da ein Teil der Nahrung nicht vollständig verdaut wird. Patientinnen und Patienten verlieren im Durchschnitt rund 70 % ihres Übergewichts, sofern sie die postoperative Ernährung strikt einhalten. Ein Magenbypass empfiehlt sich besonders für Menschen mit einem BMI über 30 in Kombination mit Begleiterkrankungen oder ab einem BMI über 35. Da das Verfahren das höchste Risiko für Nährstoffdefizite birgt, müssen lebenslang spezielle Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.