Sowohl der Magenbypass als auch der Schlauchmagen gehören zu den häufigsten bariatrischen Eingriffen. In der Regel werden sie ab einem BMI von 40 empfohlen, können jedoch bei Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzproblemen oder Gelenkbeschwerden bereits ab einem BMI von 35 sinnvoll sein.
Beide Methoden führen zu einer deutlichen Gewichtsabnahme, unterscheiden sich jedoch in Ablauf, Wirkung und möglichen Risiken.
Der Magenbypass: Umleitung im Bauch
Der Magenbypass wird mithilfe eines Laparoskops durchgeführt – einem schmalen Instrument mit Kamera und Licht, das über kleine Einschnitte in den Bauchraum eingeführt wird. Bei diesem Eingriff wird der Magen am Eingang in zwei Teile geteilt: Ein kleiner Vormagen wird vollständig vom Restmagen getrennt und anschließend direkt mit dem Dünndarm verbunden.
Der Restmagen verbleibt im Körper, nimmt jedoch nicht mehr aktiv an der Verdauung teil. Da der Verdauungstrakt verkürzt wird, nimmt der Körper nach der Operation weniger Kalorien auf. Der Eingriff dauert etwa 1,5 Stunden und erfolgt unter Vollnarkose. Die meisten Patientinnen und Patienten sind nach ein bis zwei Monaten vollständig genesen.
Der Schlauchmagen: Dauerhafte Verkleinerung
Auch der Schlauchmagen wird laparoskopisch durchgeführt. In diesem Fall wird jedoch ein großer Teil des Magens – rund drei Viertel – entfernt. Der verbleibende Magen hat eine schlauchartige Form, während der Verdauungstrakt unverändert bestehen bleibt.
Die Operation dauert etwa zwei Stunden, und für die Genesung sollten ebenfalls rund zwei Monate eingeplant werden.
Bypass-Check: Viel Wirkung, mehr Pflege
Der Magenbypass führt in Studien zu einem besonders deutlichen Gewichtsverlust und wirkt sich positiv auf den Zuckerstoffwechsel aus – ein klarer Vorteil für Menschen mit Diabetes. Gleichzeitig bringt der Eingriff Nachteile mit sich: Da der erste Abschnitt des Dünndarms umgangen wird, kann es zu Nährstoffmängeln kommen.
Betroffene müssen daher lebenslang Vitamin D und Kalzium einnehmen; zusätzlich wird häufig Vitamin B12 benötigt. Der Konsum von Zucker und Alkohol muss streng kontrolliert werden, da beide schneller ins Blut gelangen und Kreislaufprobleme oder Leberschäden verursachen können. Eine typische Komplikation ist das Dumping-Syndrom, bei dem direkt nach dem Essen Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten.
Schlauchmagen-Check: Weniger ist mehr
Der Schlauchmagen führt zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 50 bis 60 % des überschüssigen Körpergewichts – etwas weniger als beim Magenbypass, bei dem 70 bis 80 % erreicht werden können. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass kein relevanter Nährstoffmangel entsteht, da der Verdauungstrakt vollständig genutzt wird.
Der Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln ist oft geringer als beim Bypass, dennoch wird eine regelmäßige Kontrolle und Basisversorgung empfohlen. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Operation nicht reversibel ist, da ein großer Teil des Magens dauerhaft entfernt wird.
Risiko-Radar: Was passieren kann
Wie bei allen operativen Eingriffen können sowohl beim Schlauchmagen als auch beim Magenbypass Komplikationen auftreten. Dazu gehören Blutungen, Infektionen, Nahtundichtigkeiten oder Probleme während der Narkose.
Welche Methode am besten geeignet ist, hängt immer von der individuellen gesundheitlichen Situation ab. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem erfahrenen bariatrischen Chirurgen ist daher unverzichtbar.